Geschichte

Geschichte

Dass der Verein sich heute so gesund und solide präsentieren kann, geht auf das Zusammenwirken vieler Einzelner zurück, denen wir hiermit für ihren Einsatz und ihre Mühe über die Jahre hinweg herzlichen Dank sagen möchten.

Vereinsgeschichte

Die Geschichte des Musikvereins begann im Jahr 1923, als sich 19 musikbegeisterte Männer zusammenschlossen, um gemeinsam zu musizieren. Geübt wurde zuerst in der Wohnung von Musikkamerad Karl Mauß. Doch als sich zunehmend die Nachbarn beschwerten, musste man die Proben kurzerhand in die Werkstätte von Karl Roller verlegen. Wenig später stellte das Württembergische Portland-Cementwerk den jungen Musikern einen Abstellraum zum Üben zur Verfügung. Auch der nächste Umzug in einen Schulraum war nicht von langer Dauer, denn man musste ihn aus Geldmangel für die Beleuchtungskosten schnell wieder aufgegeben.

Nun war der Zeitpunkt zur Gründung eines Musikvereins gekommen. 40 Personen waren bei der Gründungsversammlung am 24. Februar 1924 anwesend und man wählte Josef Falkner zum 1. Vorsitzenden. 2. Vorsitzender wurde Fritz Lang, Kassierer Karl Dörr und Schriftführer Fritz Kast. Die weiteren Ausschussmitglieder waren Paul Carrara, Karl Breitenbücher, Christian Häring, Karl und Gottlob Mauß. Als Dirigent verpflichtete man Wilhelm Bühler. Von da an ging es aufwärts. Bereits 1925 wurde die Kapelle beim 5. Bezirksmusikfest in Backnang mit einem 1b Preis ausgezeichnet. Es folgten weitere gute Ergebnisse bei verschiedenen Wertungsspielen und Bezirksmusikfesten.

1929 wurde anlässlich des 5-jährigen Vereinsbestehens eine Fahne gekauft und feierlich geweiht. Der MV „Freiweg“ Bad Cannstatt übernahm dabei die Patenschaft für den Verein.

1930 verstarb der rührige 1. Vorsitzende Josef Falkner und der bisherige 2. Vorsitzende Fritz Lang übernahm dessen Aufgaben. Gleichzeitig erhielt die Kapelle einen neuen Dirigenten, Herrn Gutmann.

1931 brachten es die politischen Verhältnisse mit sich, dass ein zweiter Verein mit dem Namen „Harmonie“ gegründet wurde. Doch die damalige Wirtschaftskrise machte beiden Vereinen die Arbeit schwer. Trotz der großen Mitgliederzahl mussten die Musiker in jeder Probe 50 Pfennig bezahlen, um die Auslagen für den Dirigenten zu decken.

1933 wurde dann jegliches Vereinsleben unterbunden und man musste sich zwangsweise den damaligen politischen Organisationen anschließen. Der zweite Musikverein wurde aufgelöst und die Instrumente beschlagnahmt. Die Noten wurden aber wohlweislich von mutigen Musikern versteckt, ebenso wie die bis dahin so zahlreich erworbenen Urkunden und Pokale, so dass etliche dieser Erinnerungsstücke dem Verein glücklicherweise erhalten blieben.

1935 musste Obermusikmeister Zeller aus Ludwigsburg, der die Kapelle seit 1930 leitete, Herrn Musikdirektor Thiele Platz machen. Da der Verein sich politisch nicht binden wollte, fungierte die Kapelle nur noch als Feuerwehrkapelle. Doch die Mitgliederzahlen stiegen an und die jährlich mit großem Feuerwerk veranstalteten Sommerfeste waren überaus erfolgreich.

Ab 1939 kam dann allerdings das Vereinsleben völlig zum Erliegen. Viele Musiker mussten an die Front und einige davon kamen nicht mehr zurück. Die übrigen Musiker aber schlossen sich gleich nach Ende des Krieges wieder zusammen und erweckten den Verein wieder zum Leben.

Musikverein Lauffen a.N. 1949
Geschichte

Am 29. Oktober 1945 wurde die Fortführung des Vereins unter Vorsitz von Fritz Lang beschlossen. Am 7. Oktober 1946 erhielt man von der amerikanischen Militärregierung die Lizenz zur Wiedergründung des Musikvereins und die Mitglieder der beiden vorherigen Musikvereine beschlossen, dass es künftig nur noch einen Musikverein geben solle.

Am 18. Januar 1947 wurde in der ersten Hauptversammlung des neuen Vereins Theodor Walter zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dirigent Paul Carrara wurde abgelöst von Musikdirektor Eugen Seitz aus Asperg, der die Kapelle bis 1970 leitete.

Im Jahre 1947 wurde zudem ein Handharmonika – Orchester unter Leitung von Artur Botner gegründet. Zu dieser Zeit schlossen sich immer mehr Musikinteressierte dem Verein an, der nun rasch auf 570 Mitglieder anwuchs.

Erstmals wurde eine Jugendblaskapelle mit aktiver Werbung für Jugendausbildung ins Leben gerufen und 1949 folgte eine Streichorchester-Abteilung. Durch die steigenden kulturellen Aufgaben entschloss man sich in einer außerordentlichen Hauptversammlung, den Verein in „Musik- und Kulturverein“ umzubenennen und ins Vereinsregister einzutragen. Der Verein war nun weitaus größter Verein am Ort und Vorsitzender Theodor Walter wurde zum Präsidenten des ganzen Verbandes gewählt.

1950 jedoch brachte der durch ein heftiges Unwetter verursachte unglückliche Ausgang des in Lauffen ausgerichteten 1. Bundesmusikfestes den Verein fast zur Auflösung. Alle neu gegründeten Abteilungen sprangen ab und machten sich selbständig. Viele Mitglieder verließen den Verein. Die Musiker der Blaskapelle ergriffen daraufhin wieder die Initiative und Franz Wirkner übernahm vorübergehend den Vorsitz.

In der Hauptversammlung am 25. November 1950 wurde dann Jakob Mohrs zum Vorsitzenden gewählt. Er brachte den Verein wieder auf den richtigen Kurs und schuf die Grundlagen für die folgende stetige Aufwärtsentwicklung des Vereins. Die Kapelle beteiligte sich wieder erfolgreich an zahlreichen Bezirks-, Landes-  und Bundesmusikfesten und richtete bereits 1953  wieder ein Bezirksmusikfest in Lauffen aus.

Ernennung zur Stadtkapelle: 1959
Geschichte

Der Initiative von Jakob Mohrs ist es auch zu verdanken, dass dem Verein am 13. Februar 1959vom damaligen Bürgermeister Roller der Titel „Stadtkapelle“ verliehen wurde.1970 wurde Jakob Mohrs wegen Wegzugs auf eigenen Wunsch abgelöst und zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Manfred Schneider übernahm das Amt des Vorsitzenden. Dirigent Eugen Seitz  gab den Dirigentenstab an Werner Kanold weiter.

Ab 1970 wurde auch verstärktes Augenmerk auf die Jugendarbeit gelegt. Heinz Walz als musikalischer Leiter legte hier zusammen mit Jugendleiter Georg Rein den Grundstein für eine solide und zukunftsorientierte Jugendarbeit, auf deren Erfolge man gerne zurückblickt und die seither kontinuierlich fortgesetzt wurde.

Der Verein hatte zu dieser Zeit bis zu 100 Kinder und Jugendliche in Ausbildung und das Jugendorchester erzielte auf Kreisverbands- und Landesebene hohe Auszeichnungen. Die intensive Jugendarbeit wirkte sich natürlich auch positiv auf das aktive Orchester aus, das unter Dirigent Werner Kanold nun in die Höchststufe aufsteigen konnte. Bei Kreisverbandsmusikfesten in Erlenbach, Bad Friedrichshall und Brackenheim wurden Bestnoten erzielt.

17. November 1973 war ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte, die Verleihung der „Pro Musica“-Plakette aus der Hand des Regierungspräsidenten Friedrich Römer, der die vom Bundespräsidenten Heinemann gestiftete Auszeichnung überreichte. Aufgrund intensiver Nachforschungen des Vorsitzenden Manfred Schneider konnte  nachgewiesen werden, dass die Musikgeschichte der Stadt Lauffen urkundlich bis ins Jahr 1515 zurückgeht.

Stadtkapelle, Musikverein e.V. Lauffen a.N. 1961

1972 erhielt man von der Stadtverwaltung die Genehmigung zum Ausbau des ehemaligen städtischen Farrenstalls zu einem eigenen Probenraum. Nach über 3.000 freiwilligen Arbeitsstunden konnte dann am 12. Juli 1974 endlich das „Musikerheim“ eingeweiht werden, das seither Treffpunkt der Musiker und beliebter Ort für Geselligkeit ist. Diese Einrichtung war wohl auch der entscheidende Impuls für eine kreative Jugendarbeit und vorwärtsstrebende Vereinsarbeit insgesamt.

1979 musste Musikdirektor Werner Kanold sein Dirigentenamt wegen Wegzugs überraschend aufgeben und Vizedirigent Joachim Ritter sprang im Alter von 21 Jahren bei den nächsten Veranstaltungen für ihn ein. Sein Können überzeugte jedoch alle Verantwortlichen und Aktiven schnell davon, ihm die hauptamtliche Leitung der Kapelle zu übertragen und diese erfüllte er bis Ende 2015 in bester Weise. Unter seiner Leitung hat die Kapelle an zahlreichen Wertungsspielen, Bezirks-, Landes- und Bundesmusikfesten mit hervorragenden Platzierungen in der Höchststufe teilgenommen.

Seit 1980 gab es unter der bewährten Leitung von Erika Glässing eine vereinsinterne Theatergruppe, die bei der Familien- bzw. Weihnachtsfeier die Gäste mit schwäbischen Theaterstücken bestens unterhält.

1985 übernahm Werner Schneider den Vorsitz des Vereins von Manfred Schneider, der für seine 15jährige engagierte Tätigkeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Bis heute führt Werner Schneider den Verein äußerst erfolgreich und engagiert sich überdurchschnittlich in allen Vereinsbelangen.

1986 veranstaltete der Verein erstmals ein Hof- und Straßenfest rund ums Musikerheim. Diese gemütliche Hocketse unterm großen Nussbaum bei schwäbischen Maultaschen und selbstgemachtem Kartoffelsalat ist mittlerweile aus dem Vereinskalender nicht mehr wegzudenken.

1988 wurde erstmals seit Bestehen des Vereins mit Monika Buck als Schriftführerin eine Frau in den Vorstand gewählt. In der Jugendabteilung wurde die Jungbläsergruppe als Vorstufe zum Jugendorchester gegründet.

1989 wurde zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine eigene Schallplatte und Musikkassette produziert und mit großem Erfolg auf den Markt gebracht.

1990 flogen die Musiker über den großen Teich zu einer Konzertreise nach Oroville in Kalifornien.

1992 wurde das Konzept der seit 1985 herausgegebenen Vereinsmitteilungen geändert und seither informiert der Verein alle Mitglieder einmal jährlich in der Vereinszeitung „MV News – Neues vom Musikverein“ über aktuelle Themen und Veranstaltungen.

1993 fand die zweite Konzertreise nach Kalifornien zusammen mit dem MV Edelweiß aus Untergruppenbach statt.

1996 wurde der „Förderverein“ des Musikvereins gegründet, der unter Leitung des Vorsitzenden Ewald Willms hauptsächlich für den Wirtschaftsbetrieb bei den vereinsinternen Veranstaltungen verantwortlich ist und der Förderung des Musikvereins dient.

In all den Jahren des Bestehens des Vereins wurden aber auch viele internationale Beziehungen und Kontakte geknüpft und gepflegt. So sind vielen Musikern die Besuche der österreichischen Trachtenkapellen Niederndorf, Karres und Eintürnen sowie die Gegenbesuche beim Musikverein Gerlafingen/Schweiz und am Attersee/Österreich in bester Erinnerung. Auch zu den Kapellen der Lauffener Partnerstädte La Ferté Bernard in Frankreich und Meuselwitz in Thüringen gibt es regelmäßige Kontakte. Freundschaftliche Verbindungen bestehen zudem zu den Musikvereinen Oggelshausen, Babenhausen, der „Harmonie“ Karlsruhe, der Patenkapelle „Frei Weg“ Bad Cannstatt und natürlich zu den zahlreichen Nachbarvereinen. Unvergesslich sind vor allem auch die beiden Konzertreisen der Stadtkapelle nach Oroville in Kalifornien, wo auf Initiative der ehemaligen Lauffener Familie Bender Auftritte beim dortigen Oktoberfest stattfanden.

1997 wurde ein weiteres Projekt in Angriff genommen. In über 500 Arbeitsstunden bauten freiwillige Helfer auf dem Grundstück des Musikerheims einen neuen Geräteschuppen. Dieser in Rekordzeit errichtete Neubau wird seither neben der Lagerung diverser Vereinsutensilien auch gerne als gemütlicher Sitzplatz beim alljährlichen Hof- und Straßenfest rund ums Musikerheim genutzt. Der große Erfolg der ersten Schallplatte bestätigte die Musikerinnen und Musiker schließlich in ihrem Vorhaben, einen weiteren Tonträger zu produzieren und so wurden an jeweils 2 Wochenenden in 1997 und 1998 im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg volkstümliche und moderne Titel für eine neue CD der Stadtkapelle aufgenommen, die im Jubiläumsjahr 1999 auf den Markt gekommen ist.

1998 wurde die Jugendabteilung unter der Leitung von Marco Braun in Angebot und Ausbildung grundlegend überarbeitet.

Ebenfalls in 1998 wurde der zweite Tonträger (Musikkassette) im Tonstudio Bauer, Ludwigsburg aufgenommen.

1999 konnte der Verein gleich 3 Jubilare feiern: 75 Jahre Musikverein, 40 Jahre Stadtkapelle und 25 Jahre Musikerheim. Mit einem Jubiläumskonzert und einem großen Zeltfest auf dem Kiesplatz wurden diese Jubiläen gebührend gefeiert.

2003 wurde die Jugendarbeit erweitert um Musikalische Früherziehung und Blockflötenunterricht. Eingeführt wurde auch das Projekt „Klassenmusizieren“ in Kooperation mit der Stadtverwaltung Lauffen a.N. und der Musikschule Lauffen e.V.

2004 konnte die Stadtkapelle Lauffen die Räume des ehemaligen Jugendhauses übernehmen und in Eigenregie umbauen und erweitern um Büro- und Inventarräume, neue Probenräume, Notenarchiv und kleinem Saal im EG. Vergrößert wurde dabei auch die Bühne. Verlegt wurde in diesem Zug auch die Eingangstüre. Möglich war dies nur durch den Einsatz vieler freiwilliger Helfer, Vereinsmitglieder und Firmen (wie Gipser Link, Metalltechnik Hemmerlein, Küchen Röck).

2005 wurden die neuen Räume offiziell eingeweiht mit einem Festakt mit geladenen  Gästen und Ensemblevorträgen und einem „Tag der offenen Tür“, gestaltet vom Jugendorchester.

2006 wurde erstmals ein Serenadenkonzert im rückwärtigen Hof des Musikerheims durchgeführt.

2008 wurde Werner Schneider als Vorsitzender verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Frank Braun übernahm den Vorsitz.  Stellvertreterin wurde Ursula Putze.

Ebenfalls in 2008 besuchte die Stadtkapelle Lauffen a.N. erstmals wieder ein Wertungsspiel. Der Ausflug nach Ingoldingen mit anschließendem Festmarsch ist noch vielen in Erinnerung.

2008 gab es erstmals einen Musikerbesen im Musikerheim sowie einen Bayrischen Frühschoppen im Hof des Musikerheim.

2009 lud die Stadtkapelle die Lauffener Vereine zu einem gemeinsamen Serenadenkonzert ein. Der Gesangverein Urbanus, das Akkordeonorchester Lauffen a.N., die Musikschule Lauffen a.N. und der Posaunenchor folgten der Einladung und alle zusammen boten den vielen Zuhörern ein unvergessliches Erlebnis im Hof des Musikerheims.

2010 gab es turnusgemäß wieder einen Bayrischen Frühschoppen.

2012 fand ein Kirchenkonzert in der Lauffener Regiswindiskirche statt. Der Vereinsausflug führt in diesem Jahr nach Baden-Baden.

2013 war die Stadtkapelle Ausrichter der „Tage der Musik“ mit Wertungsspielen der Bläserjugend in der Stadthalle in Verbindung mit dem Lauffener Musikfest.

2014 wird Karsten Wiese nach dem Rücktritt von Frank Braun und kommissarischer Vereinsleitung durch Ursula Putze zum 1. Vorsitzenden gewählt.  Zum Stellvertreter wird Eugen Buck gewählt.

2014 leitet Thomas Conrad nach der Erkrankung von Joachim Ritter als Projektdirigent das Matinéekonzert der Stadtkapelle Lauffen.

Vizedirigent Marco Braun springt interimsmäßig ein und übernimmt die Probenarbeit der Stadtkapelle Lauffen a.N.

Mit einem noch allen in Erinnerung stehenden Festumzug und anschließendem Fest auf dem Kiesplatz wurde das Stadt- bzw. Einheitsfest in Lauffen gefeiert.

2015 findet ein Matinéekonzert der Bläserphilharmonie Thum in der Stadthalle statt als Ersatz für das alljährliche Frühjahrskonzert.

Mit einem Platzkonzert beteiligte sich die Stadtkapelle beim Landesmusikfest in Karlsruhe.

Geschichte2015 gibt Joachim Ritter die Leitung der Stadtkapelle ab. Nach fast 35jähriger Dirigententätigkeit ging zum Ende des Jahres eine Ära zu Ende! Für sein Engagement und seine außerordentlichen Verdienste um die Stadtkapelle Lauffen und die Blasmusik wurde Joachim Ritter mit der Erich-Ganzenmüller-Medaille in Gold ausgezeichnet!

2016 übernimmt Heidi Maier die musikalische Leitung der Stadtkapelle Lauffen.

2018 übernimmt Philipp Zink die musikalische Leitung der Stadtkapelle Lauffen.